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von Bert: Dies ist ein neues Projekt des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) des Landes Nordrhein-Westfalen. 2010 wurden in zwei unabhängigen Ausbildungsgängen, organisiert durch das für das Rheinland durch das ZsL in Köln und Mobile Dortmund für Westfalen, wurden die ersten Lotsen für Menschen mit Behinderung ausgebildet und erhielten Anfang Dezember durch Herrn Minister Schneider ihre Ernennungsurkunden. Die Ausbildung war für alle Teilnehmenmenden, Menschen aus der Selbsthilfeszene kostenlos, denn alle anfallenden Kosten der Ausbildung wurden vom MAIS getragen.
Wir Lotsen verstehen uns als Richtungsweiser für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige im Sinne von Ersthelfern. Den Ratsuchenden können wir als selbst von einer Behinderung Betroffenen, einen Weg zur Lösung ihrer Probleme aufzeigen, indem wir z. B. auf Zuständigkeiten und Ansprüche verweisen. Wir verstehen uns keinesfalls als Ersatz für professionelle Hilfe, wollen und können diese nicht ersetzen. Wir sind eine erste Anlaufstelle, wenn es brennt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Unser Vorteil liegt darin, wir begegnen uns auf gleicher Augenhöhe, ein Behinderter fragt einen anderen erfahreneren Behinderten um Rat. Die Hemmschwelle liegt niedriger. Für die Zukunft bleibt zu beobachten, ob in Zeiten, in denen der Staat versucht ist, sich aus der sozialen Verantwortung zurückzuziehen, man uns dazu zu missbrauchen sucht, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze einzusparen und uns als preiswerteren Ersatz einzusetzen versucht. Also Augen auf! Vergessen sollten wir alle aber auch nicht, der Staat ist nichts Abstraktes, keine unbekannte, undurchschaubare Größe, dessen Entscheidungen wir in allem hilflos ausgeliefert sind. Die Zeiten der Sonnenkönige „L’état c’est moi.“ Sind vorüber. Wir alle tragen in Grenzen eine Mitverantwortung für das Handeln des Staates. Durch unser Wahlrecht haben wir die Möglichkeit unserem Einverständnis oder unserem Missfallen oder Unzufriedenheit, Ausdruck zu verleihen. Bisher ist uns noch nichts zu Ohren gekommen, was dieser potenziellen Befürchtung Nahrung bieten könnte. Hoffen wir, dass es dabei bleibt, nur als zusätzliche Ergänzung zum Wohle für Menschen mit Behinderung tätig zu sein und nicht als Ersatz für andere.
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